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Istanbul

Istanbul bei Nacht


Taksim

Am ersten Abend wurden wir zum Taksim-Platz gebracht und sind die Hauptflaniermeile abgelaufen. Unglaublich, wie viele Leute abens dort noch auf der Straße waren. Und irgendwie stimmen auch die Klischees, die man von solchen türkischen Einkaufsstrassen hat: Laut, überfüllt, aus jedem Geschäft dröhnt andere Musik, blinkende Lichter und Händler, die einem etwas verkaufen wollen, fast wie auf einem der großen Volksfeste in Deutschland.



Geht man ein wenig durch die Nebenstrassen, fühlt man sich in die Tausendwinkelgasse versetzt, so eng und mit Ständen überladen ist es da. Irgendwann, als wir dort herumliefen wurde ich plötzlich von einem Fremden angesprochen. Zuerst auf türkisch, doch als er merkte, dass ich ihn nicht verstand auf Englisch. Anscheinend hatte er mich mit jemandem verwechselt, und fragte dann nach woher und wohin, wie lange ich jetzt schon in Istanbul wäre usw., bis er sich wieder verabschiedete, als wir in unterschiedliche Richtungen weitergingen. Irgendwie ist man bei solchen Erlebnissen im ersten Moment vorsichtig und hält alle Taschen gut fest. Doch vielleicht ist das auch typisch deutsches Verhalten und man sollte einfach etwas offener sein und glauben, dass es auch Leute gibt, die sich einfach nur nett unterhalten wollen.

Ortakoy




Nachdem die anfängliche Angst vor Dieben verflogen war, machte es einfach Spass durch die schmalen Gassen zu gehen. Einerseits ist Istanbul nicht weniger westlich, als Städte in Frankreich oder Italien und trotzdem hat man noch zusätzlich den orientalischen Einfluss. Es herrscht eine sehr lockere Atmosphäre. Wenn man etwas kauft, bleibt immer etwas Zeit, um sich zu unterhalten und über woher und wohin zu fragen, auch wenn der andere einen kaum versteht. Super gemütlich war hier ein Biergarten, bei dem um einen niedrigen Tisch zahlreiche extraweiche Liegekissen angeordnet waren, so dass man sich wunderbar entspannend hinfläzen konnte. Später am Abend waren wir dann in einem Lokal, in dem es Gitarrenlivemusik zu hören gab. Oder sagen wir so. Im Erdgeschoss spielte und sang jemand zur Gitarre, während im ersten Stock eine Band spielte und uns gegenüber eine Tür zu einem Keller führte, aus der Technodiskorhythmen klangen. Dazu gesellte sich halb elf mal wieder der Muezzin und natürlich der übliche Geräuschpegel einer stark bevölkerten Fussgängerzone. Das kann man natürlich mögen oder nicht, aber in dem Moment fand ich es nur einfach klasse, denn es zeigte, dass dort alles voller Leben war, auch spät abends noch. Um zehn oder elf herrschte auf den befahrbaren Strassen noch genauso viel Verkehr, wie tagsüber und selbst nachts um eins, waren noch weitaus mehr Menschen unterwegs, als man bei uns zu festfreien Tagen in der Innenstadt zu sehen bekommt.
Achso, ein Musiktipp stach mir dann auch ins Auge. Ein Plakat von Sebnem Ferah, hat mich doch neugierig gemacht, wie ihre Musik klingt. Erst dachte ich, dass ein neues Album namens "Konser" angepriesen wird. Erst als ich im Netz völlig ergebnislos nach so einer CD von ihr gesucht hatte, hat Google dann doch ausgespuckt, dass das lediglich "Konzert" auf türkisch heisst*g*.



Achso, die Bilder sind natürlich nicht von den beiden Orten. Wer nimmt schon die Kamera mit, wenn er abends weg geht . Gemacht wurden sie beim Ägytische Gewürzbasar, der auf engstem Raum alles zeigt, was in der der ganzen Stadt zu finden ist.
24.8.05 18:24


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